Die Osteopathie versteht den Körper als ein ganzheitliches System, bei dem jede Zelle mit allen anderen über das Bindegewebe verbunden ist. Im gesunden Zustand schwingt dieses System in einem eigenen Rhythmus. Durch Traumen aller Art können
diese harmonischen Schwingungen in eine Disharmonie gebracht werden und es kommt so zu Spannungen und Verspannungen und dadurch wieder zu Mangeldurchblutungen und Mangelernährung mit Micronährstoffen.

Der Körper hat in einem solchen Moment zwei Möglichkeiten: Er kann diese Spannung in seinen Bewegungsablauf einarbeiten oder der Bewegungsablauf wird dauerhaft gestört.

Meist ist es nicht ein großer Unfall, der zu solchen Problemen führt, sondern die Summe von vielen kleinen, die immer wieder eingearbeitet werden, bis der Körper sich in seinen eigenen Kompensationsmechanismen verstrickt (ein bisschen wie ein
Wollknäul, an dem man immer an einer Ecke so viel wie möglich herauszieht, bis irgendwann endültig ein dicker Knoten entstanden ist) Diese können sich im leichtesten Falle „nur“ durch eine fehlende Elastizität beim Laufen auswirken (das Tier wirkt nicht harmonisch), im schlimmsten Falle zu echten Lahmheiten und Bewegungseinschränkungen der Gelenke führen.

Durch Prüfen der Spannungsmuster im Körper lassen sich sowohl die Problembereiche diagnostizieren, als auch behandeln. Und zwar nicht nur lokal am behandelten Ort, sondern im gesamten Körper.

Nicht immer sind solche Blockaden und Bewegungseinschränkungen reversibel, aber fast immer kann man mittels Osteopathie dem Tier helfen, mit den verbliebenen Problemen besser umzugehen, so dass es wieder mehr Lebensfreude und weniger Schmerzen hat.

Wann kann die Osteopathie helfen?

Allen voran sind alle Problemkreise die mit einer eingeschrängten Beweglichkeit einhergehen:

  • Orthopädische Probleme (Lahmheiten, Steifer Gang, Gelenksschmerzen, Arthrose usw.)
  • Muskelverspannungen
  • Altersbedingte Steifigkeiten
  • Narben und OP Wunden
  • Vorbereitung von oder Regeneration nach Operationen.

Aber auch bei vielen anderen Problemen kann die Osteopathie helfen die Folgen zu minimieren, da z.b. auch Stoffwechselprobleme oder chronische Erkrankungen oft -aufgrund von mangelnder Bewegung und schlechter Blutzirkulation, die solche Erkrankungen verursachen- in einer Steifheit münden.

Auch hier kann sich der Versuch lohnen, die Vitalität des Tieres durch Osteopathie wieder zu verbessern.

Eine Osteopathiebehandlung besteht aus folgenden Bestandteilen:

Vorgespräch:

Hier versuche ich rauszufinden, in welcher Region des Körpers die (Haupt-)Problematik liegt, wie lange die Problematik schon besteht und auch welche Nebenbefunde noch bestehen (z.B. Herzprobleme, Dauermedikation u.ä.)

Ich möchte immer das ganze Tier sehen und nicht nur ein Symptom behandeln. Sehr oft stellt sich in diesen Erstgesprächen dann heraus, dass die Problematik gar nicht dort liegt, wo Sie sie zuerst vermutet haben, sondern dass die akute Problematik nur die „Spitze des Eisberges“ ist und die Ursachen viel länger zurück liegen, oder auch an ganz anderer Stelle zu suchen sind.

(Erst-)Behandlung:

Darunter verstehe ich nicht nur den ersten Termin und die erste Osteopathiesitzung, sondern meist auch die ersten 2-5 Sitzungen danach. Dabei widme ich meine Aufmersamkeit der Entwicklung der Symptome. Wie hat Ihr Tier auf die letzte Sitzung reagiert? Welche Symptome haben sich sofort gebessert, welche nicht? Wie verändert sich die Symptomatik?

Der Zeitrahmen hängt dabei in der Regel davon ab, wie lange das Grundproblem schon anstand. Akute Erkrankungen lassen sich oftmals schon mit 1-2 Sitzungen regulieren, bei bereits chronischen Krankheitsverläufen sind meistens mehrere Sitzungen nötig, um eine ausreichende Besserung zu erzielen.

Nacharbeiten:

Oft arbeitet der Körper nach der Osteopathie noch einige Tage an seinen Spannungsmustern. Dies ist ganz normal und positiv. Der Körper muß ein neues Gleichgewicht zwischen Entspannung und Anspannung finden. Daher wird der Abstand zwischen den Sitzungen individuell bestimmt, ist aber selten kürzer als 7 Tage. Meist sind es zwischen 7 und 14 Tagen.

Um für diese Behandlung ausreichend Zeit zu haben erfolgt die Osteopathie ausschließlich mit Terminvergabe. Bitte Rufen Sie in der Praxis an, um sich einen Termin geben zu lassen.

Tel.: 030 – 7956044 oder schreiben Sie mir eine e-mail: info(at)tierarztpraxis-dr-wegeler.de

Die Osteopathie kann sowohl im Hausbesuch, als auch in der Praxis erfolgen. Ganz wie es für Sie und Ihr Tier am sinnvollsten ist.

Die Osteopathie lässt sich sehr gut mit anderen physiotherapeutischen Maßnahmen (Bewegungstherapie, Massage, TENS, Wärme- oder Kältebehandlung, Akupunktur und nicht zuletzt Schmerzmittel) kombinieren. Ich erstelle für jeden Fall individuell ein Behandlungskonzept, umso umfassend wie möglich auf die Probleme Ihres Tieres einzugehen.

Nachgespräch:

Nach der Osteopathie sprechen wir nochmal durch, was ich gefunden habe und welche Maßnahmen außerhalb der Osteopathie noch sinnvoll sein könnten. Auch welche Behandlungsabstände ich für sinnvoll halte und wie ich die Prognose einschätze, gehen wir gemeinsam nochmals durch und klären auftretende Fragen ihrerseits.

Folgebehandlung(en) – Erhaltung der erreichten Beweglichkeit:

Wenn ein Problem sehr akut ist, kann die Osteopathie oft eine vollständige Genesung erreichen. Wenn die Grundproblematik aber nicht zu beseitigen ist (z.B. ein chronisch verändertes Gelenk oder eine Narbe, die nicht mehr zu regenerieren ist) so wird sich das Problem immer wieder aufbauen. In diesen Fällen sind in unterschiedlichen Intervallen Nachbehandlungen nötig. Dies kann zwischen Wochen und Monaten individuell variieren. Es ist nicht vorhersagbar und hängt von sehr vielschichtigen Faktoren ab.

Die gute Nachricht ist: wenn man sehr schnell reagiert, reichen in der Regel 1 bis 2 Sitzungen, um wieder auf den Stand von vorher zu kommen.

Kosten:

Die Kosten für die Osteopathie und auch die Physiotherapie richten sich nach der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte), dort existiert zwar keine Leistungsposition für die Osteopathie, aber es gibt „verwandte“ Positionen, die ich bei der Berechnung zur Hilfe nehmen kann. Die Höhe der Kosten ermittelt sich insbesondere durch den Aufwand und die Zeit für die Behandlung. In der Regel dauert die erste Konsultation ca 1-1,5 h und kostet 85 – 100 €, die Nachbehandlungen sind im allgemeinen kürzer und kosten daher durchschnittlich 42– 80€ (Abweichungen sind durch mehr oder weniger Zeitaufwand möglich).

Für einen Hausbesuch fallen zusätzlich zu den Behandlungskosten Anfahrtskosten an, die sich nach der Entfernung zur Praxis bemessen.